Konfliktfelder
Gesundheitswesen
 
Angehörige der Heilberufe, wie Ärzte, Dipl. Psychologen, Apotheker, Heilpraktiker und weitere Berufsgruppen haben eine besondere Herausforderung als Mediatoren im Gesundheitswesen.
Hier sind einige Beispiele:
  1. Im Krankenhaus oder in Heimen können bei Streitigkeiten zwischen Fachabteilungen oder zwischen Arzt und Pflegepersonal die Patienten unverschuldet die direkt Betroffenen sein, wenn Informationen nicht umfänglich weitergegeben werden oder es durch persönliche Animositäten zu "Dienst nach Vorschrift" kommt.
  2. Kommt es zwischen Patienten (oder deren Angehörigen) und Krankenkassen, sozialen Diensten oder Versorgungsamt zu langwierigen Streitigkeiten bis hin zum Verwaltungsgericht, wenn Therapien, Heil- und Hilfsmittel kostenmäßig nicht von der Kasse übernommen werden, so sind diese Patienten oft zusätzlich gesundheitlich belastet.
  3. Ein plötzlich erkranktes Familienmitglied (beispielweise Demenz, Depression oder Polymorbidität nach Unfall) kann ungewollt und unbeabsichtigt erhebliche Konflikte in seinem familiären Umfeld auslösen, indem die einzelnen Mitglieder stressbedingt in Streit geraten u. a. weil sie mit der neuen Situation nicht umgehen können oder wenn ein Familienmitglied psychiatrisch behandelt werden muss. Es ist nicht die Regel, dass die betreuenden Heilberufler Kontakt zur Familie suchen oder pflegen. Der Mediator kann in solchen Fällen aufkommende Konflikte klären und zur Beilegung derselben beitragen.
  4. Ein Beispiel für "präventive Mediation": In Gemeinschaftspraxen und Medizinischen Versorgungszentren regeln die entsprechenden Verträge oft nicht das, was später zum Konflikt führen kann: Medizinische Vorstellungen in Bezug auf das Patientenklientel, Personalfragen, unterschiedliche Arbeitsintensitäten, Finanzfragen etc. Der Mediator kann in möglichst frühem Stadium aufkommende Streitigkeiten klären und so das Auseinanderfallen des Zentrums verhindern helfen. Eine solche Mediation kann bereits im Gesellschaftsvertrag vereinbart werden.

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