Konfliktfelder
Mobbing
 

Beispiel 1:
Heinz G. arbeitet seit 20 Jahren bei der Post als Zusteller. Der recht korpulente und nicht sehr bewegungsfreudige Mann mittleren Alters ist überglücklich, als ihm endlich sein Wunschbezirk draußen am Rand der Großstadt zugeteilt wird. Dort ist alles so weitläufig, dass er die Post mit einem Mofa ausfahren darf.
Doch sein Glück währt nicht lange, denn die Mitarbeiter vor Ort betrachten ihren neuen Kollegen argwöhnisch und mit Missgunst. Nach anfänglichen verbalen Sticheleien, die Heinz G. zu ignorieren versucht, steigern sich die Attacken der Kollegen, indem sie z.B. seine sortierte Post wieder durcheinander bringen und schließlich sogar eine Manipulation an seinem Mofa vornehmen, die zu einem kleinen Unfall führt. Das kann Heinz G. nun nicht mehr ignorieren, und er sucht Hilfe bei seinen Vorgesetzten. Nachdem diese die Version der Kollegen gehört haben, welche die Gründe für ihr Verhalten darlegen, suchen sie nach Möglichkeiten zur Lösung der Konflikte zwischen ihren Mitarbeitern. Da keiner der Beteiligten seinen Arbeitsplatz verlassen möchte, werden die betreffenden Kollegen zur Mediation geschickt.

Beispiel 2:
Anke E., eine junge, motivierte und engagierte Frau, war seit zwei Jahren als Kontakterin in einer Werbeagentur tätig. Als ein großes Projekt, dessen Akquisition sicher zu sein schien, an einen Mitbewerber ging, warf ihr Chef ihr Versagen vor und kündigte Konsequenzen an. Frau E. bemühte sich durch besonders gute Arbeit sehr, ihren Chef wieder für sich zu gewinnen. Eines Tages wurde sie von ihm ins Besprechungszimmer gerufen, wo er mit drei jungen Kollegen eine Präsentation vorbereitete. Er wies auf den Boden zwischen den Tischen, wo jede Menge Büroklammern lagen und forderte Frau E. auf, ihm die Klammern zu reichen. Anke stand vor einem Dilemma: entweder sich lächerlich zu machen oder den Auftrag zu verweigern und erneut den Chef zu verärgern. Schließlich hob sie die Klammern auf...
Als sich solche „Aufträge“ ihres Chefs häuften, fand sie den Mut, den Firmeninhaber, der sie bisher immer geschätzt hatte, anzusprechen. Dieser, der auch die Arbeit des Chefs von Anke E. sehr schätzte und keinen der beiden Mitarbeiter verlieren wollte, empfahl den beiden, in einer Mediation eine Lösung ihrer Konflikte anzustreben, um weiterhin konstruktiv zusammen arbeiten zu können.

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